Schwämme bestimmen
- Steven Blum

- 1. Jan. 2000
- 2 Min. Lesezeit
Schwämme gehören zu den ältesten vielzelligen Tieren der Erde und sind ein wichtiger Bestandteil von Korallenriffen. Ihre Bestimmung im Freiwasser ist oft nicht eindeutig möglich, da viele Arten sehr variabel sind. Dennoch lassen sich Schwämme anhand mehrerer äußerer Merkmale gut einordnen, wenn man diese in Kombination betrachtet.
Ein wichtiges Kriterium ist die Wuchsform des Schwamms. Manche Arten wachsen flach auf dem Untergrund, während andere eine massive, knollenartige Gestalt ausbilden. Es gibt zudem röhrenförmige, vasenartige oder verzweigte Schwämme, die an kleine Büsche oder Bäume erinnern können. Allerdings kann die Form je nach Umweltbedingungen wie Strömung oder Licht variieren, weshalb sie allein kein sicheres Bestimmungsmerkmal darstellt.
Auch die Farbe spielt eine Rolle bei der Bestimmung. Schwämme kommen in vielen verschiedenen Farben vor, darunter Gelb, Orange, Rot, Blau, Grün oder Braun. Besonders in tropischen Riffen sind leuchtende Farben häufig. Allerdings kann die Farbe durch Lichtverhältnisse oder durch Bewuchs anderer Organismen beeinflusst werden, sodass sie nur als ergänzendes Merkmal genutzt werden sollte.
Die Beschaffenheit der Oberfläche liefert weitere Hinweise. Einige Schwämme haben eine glatte oder schleimige Oberfläche, während andere deutlich porös, warzig oder sogar stachelig erscheinen. Manche wirken faserig oder leicht behaart. Diese Unterschiede können helfen, bestimmte Gruppen voneinander zu unterscheiden.
Ein besonders wichtiges Merkmal sind die sogenannten Oscula, also die größeren Ausströmöffnungen, durch die das Wasser den Schwamm verlässt. Diese Öffnungen können einzeln oder in größerer Zahl auftreten und unterscheiden sich in Form und Anordnung. Ihre Lage und Ausprägung sind oft charakteristisch für bestimmte Arten oder Gruppen.
Die Konsistenz des Schwamms kann ebenfalls Hinweise geben, sollte jedoch nur vorsichtig geprüft werden. Einige Schwämme sind weich und elastisch, andere fühlen sich eher fest, gummiartig oder sogar brüchig an. Dabei ist zu beachten, dass viele Schwämme empfindlich sind oder Abwehrstoffe produzieren, weshalb sie möglichst nicht berührt werden sollten.
Für eine exakte wissenschaftliche Bestimmung sind oft mikroskopische Merkmale notwendig, insbesondere die Struktur des inneren Skeletts. Dieses besteht aus feinen Nadeln, sogenannten Spiculae, die aus Kalk oder Kieselsäure aufgebaut sind, sowie aus organischen Fasern. Diese Merkmale sind unter Wasser jedoch nicht sichtbar und spielen daher für Taucher in der Praxis keine Rolle.
Auch der Lebensraum kann bei der Einordnung helfen. Manche Schwämme bevorzugen flache, lichtreiche Bereiche, während andere eher in größeren Tiefen oder in Höhlen vorkommen. Auch Strömungsverhältnisse beeinflussen, wo bestimmte Arten anzutreffen sind.
Insgesamt ist die Bestimmung von Schwämmen eine Kombination aus Beobachtung und Erfahrung. Es empfiehlt sich, mehrere Merkmale gleichzeitig zu berücksichtigen, Fotos aus verschiedenen Perspektiven anzufertigen und auch die Umgebung zu dokumentieren. Auf diese Weise lassen sich viele Schwämme zumindest grob bestimmten Gruppen zuordnen, auch wenn eine exakte Artbestimmung oft schwierig bleibt.




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