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Quallen – Glibber ohne Herz und Hirn

Aktualisiert: 17. Dez. 2023

Quallen sind faszinierende Tiere. Sie haben weder ein Gehirn noch ein Herz und bestehen zu etwa 98-99 % aus Wasser. Der Rest sind dünne Hautschichten. Genaugenommen handelt es sich um ein wassergefüllten Hautsack bestehend aus Schirm, Mundarme und Tentakel. An der Unterseite der Qualle gibt es eine Öffnung. Diese ist Mund und Po gleichzeitig.


Quallen sind faszinierende Tiere


Weltweit gibt es etwa 9000 Quallen-Arten. Sie kommen in den verschiedensten Formen und Farben vor. Einige schimmern rot oder gelb, andere blau und einige leuchten in der Dunkelheit. Der Schirm kann je nach Quallen-Art unterschiedlich groß sein. Es gibt kleine Quallen mit einem nur wenige Millimeter großen Schirm und Quallen mit fast 2 m Schirmdurchmesser. Einige Arten führen mit ihren langen, fadenförmigen Tentakeln einen regelrechten Schleiertanz auf wie Phantasiegebilde aus einer anderen Welt. Es handelt sich dann meist um Feuerquallen, von denen es weltweit ca. 2000 Arten gibt.


Feuerqualle


Die größte heimische Feuerqualle ist die in der Nord- und Ostsee lebende Gelbe Haarqualle. Der Schirmdurchmesser beträgt in der Regel bis 50 cm. Die Gelbe Haarqualle wird auch „Löwenmähne“ genannt. Sie treibt im Sommer häufig an der Wasseroberfläche von Nord- und Ostsee. Ihre Far­be ist meist gelb, manchmal orange bis rötlich. Die Tentakel sind in der Regel 5 m lang, können aber auch über 30 m lang werden. Berührt man die Tentakel aktivieren sich die sogenannten Nesselzellen. Diese bohren mit ungeheurer Geschwindigkeit den Nesselschlauch in die Haut und setzen Gift frei. Ich hatte leider schon mehrfach unfreiwilligen Kontakt mit den Feuerquallen. Wenn die Qualle an den Strand angespült wird, zieht sie ihre Ten­ta­kel zu ei­nem dich­ten Busch an der Un­ter­sei­te zu­sam­men. Das sieht aus wie ein blonder Haarzopf. Deshalb heißt sie auch Gelbe Haarqualle.


Gelbe Haarqualle


Bei Verbrennungen durch Feuerquallen wird die Anwendung von Essig empfohlen. Essig deaktiviert die nicht entladenen Nesselzellen und hindert sie daran, sich zu öffnen und Gift freizusetzen. Verdünnte Essigsäure ist daher die empfohlene Behandlung. Bloß nicht reiben, da dadurch weitere Nesselzellen aktiviert werden können.

Die gefährlichsten Feuerquallen-Arten sind die Würfelquallen. Sie bilden eine eigene Klasse der Feuerquallen, zu der etwa 50 Arten zählen. Gefährlich ist vor allem die Seewespe. Sie kommt an den Stränden Nordaustraliens vor.

Wissenswertes über Quallen erfuhr ich im „Museum of Jellyfish“ in Kiew. Das Museum befindet sich an der Flaniermeile Chreschtschatyk (Kreshatik) direkt am Maidan, dem Unabhängigkeitsplatz. Als begeisterter Taucher konnte ich mir das Museum natürlich nicht entgehen lassen. In mehreren Aquarien und Wasserzylindern sind unterschiedliche Quallen-Arten zu betrachten, u.a. Wurzelmundquallen, Schirmquallen, Würfelquallen und Fahnenquallen. Die Museumsbetreiber haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schönehit der Quallen zu beleuchten und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Räume sind abgedunkelt und die Aquarien haben eingebaute LED-Lichter in verschiedenen Farben. Sie erstrahlen so in leuchtenden Neon-Farben und die Schwimmbewegungen der Quallen mit ihren langen Tentakeln wirken besonders attraktiv.


Auf beleuchteten Schautafeln ist einiges zur Verbreitung, Lebensweise, Ernährung und dem komplexen Lebenszyklus der Quallen zu erfahren. Insbesondere für Kinder ist die Ausstellung zu empfehlen, da ihnen hier die faszinierende Welt der Quallen eindrucksvoll dargestellt wird.



Text/Fotos: Roger Blum


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