top of page

Seescheiden bestimmen

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Seescheiden bzw. Asciden (Ascidiae oder Ascidiacea) sind weltweit verbreitete sack- oder knollenförmige Wirbellose aus dem Unterstamm der Manteltiere, die sich in zwei Ordnungen (Enterogona und Pleurogona) und drei Unterordnungen (Aplousobranchia, Phlebobranchia und Stolidobranchia) unterteilen. Diese umfassen etwa 1900 Arten von allein lebenden Seescheiden (Monascidien) und koloniebildenden Seescheiden (Synascidien). Während sie im Larvenstadium noch frei herumschwimmen können, sitzen erwachsene Seescheiden standortgebunden fest.


Die Bestimmung von Seescheiden im Freiwasser ist oft schwierig, lässt sich jedoch durch die Kombination mehrerer äußerer Merkmale gut eingrenzen. Ein wichtiges Merkmal ist ihre Wuchsform. Einzelne Arten erscheinen als rundliche, sackartige Körper, die oft direkt auf dem Untergrund sitzen. Koloniale Arten hingegen bilden flächige Überzüge, lappenartige Strukturen oder komplexe, manchmal sternförmig angeordnete Systeme aus vielen kleinen Einzelindividuen. Die genaue Form kann dabei stark variieren und wird häufig durch Umweltbedingungen beeinflusst.


Auch die Farbe ist ein hilfreiches Bestimmungsmerkmal. Seescheiden kommen in vielen Farben vor, darunter Weiß, Gelb, Orange, Rot, Blau, Grün oder Violett. Koloniale Arten zeigen oft auffällige Muster, bei denen sich einzelne Zooide farblich abheben oder gemeinsam sternförmige Zeichnungen bilden. Dennoch kann die Farbe je nach Lichtverhältnissen oder Alter der Tiere variieren und sollte daher nicht isoliert betrachtet werden.


Ein zentrales Kennzeichen von Seescheiden sind ihre beiden Körperöffnungen, die sogenannten Siphone. Der Einström-Siphon nimmt Wasser auf, während der Ausström-Siphon das gefilterte Wasser wieder abgibt. Diese Öffnungen sind meist gut sichtbar und oft leicht erhöht. Ihre Form, Größe und Anordnung können wichtige Hinweise für die Bestimmung liefern. Bei kolonialen Arten sind die Einströmöffnungen der einzelnen Zooide oft klein und regelmäßig angeordnet, während sich mehrere Ausströmöffnungen zu gemeinsamen größeren Öffnungen bündeln können.


Die Oberfläche der Seescheiden kann ebenfalls variieren und liefert zusätzliche Hinweise. Manche Arten besitzen eine glatte, fast durchsichtige Hülle, während andere eine feste, lederartige oder sogar raue Oberfläche aufweisen. Einige Seescheiden wirken gallertartig, andere hingegen eher derb und kompakt. Diese Unterschiede hängen mit der Zusammensetzung der äußeren Hülle, dem sogenannten Mantel, zusammen.


Auch der Lebensraum spielt eine Rolle bei der Bestimmung. Seescheiden finden sich sowohl in flachen, lichtreichen Bereichen als auch in schattigen Zonen, unter Überhängen oder in Höhlen. Koloniale Arten sind häufig in geschützten Bereichen zu finden, während solitäre Arten auch stärker exponierte Standorte besiedeln können.


Insgesamt erfolgt die Bestimmung von Seescheiden über das Zusammenspiel von Wuchsform, Farbe, Struktur, Anordnung der Siphone und Lebensraum. Es ist sinnvoll, mehrere Merkmale gleichzeitig zu berücksichtigen und Beobachtungen durch Fotos zu dokumentieren. Auf diese Weise lassen sich viele Seescheiden zumindest grob einordnen, auch wenn eine exakte Artbestimmung unter Wasser oft schwierig bleibt.


Ascidiidae




Cionidae


Gelbe Seescheide Ciona edwardsi


Didemnidae




Polysyncraton lacazei



Pyuridae


Halocynthia papillosa


Styelidae


Seescheide Botrylloides leachii




 
 
 

Kommentare


bottom of page