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"Heidi" - Der Riesenwels im Heidesee

Aktualisiert: 13. Jan.

Die Anwohner berichteten von einem 1,5 m bis 2 m langen Wels im Heidesee bei Halbe (Brandenburg). Ich dachte gleich an die schaurigen Geschichten aus der Klatschpresse. Ob "Kuno", der Riesenwels aus Mönchengladbach, der einen Dackel verspeist haben soll, "Rheinhard", das Krokodil, das im Rhein gesichtet wurde, oder "Schnappi", bei dem sich die Presse nicht einig war, ob es sich um ein Krokodil oder einen Riesenwels handelte - alljährlich heißt es: Alarm im Badesee! Auch Angriffe auf Badende werden regelmäßig im Sommerloch gemeldet. Nun also hatte Halbe, das kleine Städtchen in Brandenburg, auch seinen Monsterwels. Im Heidesee treibt er/sie sein/ihr Unwesen. Da es sich bei den heimischen Seemonstern ausnahmslos um männliche Genossen handelt, nenne ich den Riesenwels im Heidesee der Gleichberechtigung wegen "Heidi".


An einem frühen Abend im September 2014 machte ich mich mit meinen Bruder auf zum See. Wir wollten kurz vor dem Abendessen noch einen Abschlusstauchgang unternehmen. Und da treffen wir wirklich auf "Heidi".


Heidi, der Riesenwels



Leider kann ich nur verschwommene Fotos oder Teilaufnahmen vorweisen. Es scheint ein Phänomen sein, dass Fotoapparate bei Monstersichtungen versagen oder nur unscharfe Bilder produzieren. Das Phänomen ist insbesondere von den Nessi-Sichtungen im Loch Ness bekannt. In meinem Fall hat es eine andere Ursache: "Heidi" hat einfach meinen Fotoapparat weggeschnappt. Sie fühlte sich wahrscheinlich durch das Blitzlicht gestört und ehe ich mich versehen konnte, schnappte der Riesenfisch meine Kamera nebst Gehäuse (immerhin 20 cm x 10 cm groß) und verschwand in seinem Versteck. Erst nach 15 min konnte ich mir meine Kamera zurückerobern. Die Kamera war leicht ramponiert, aber wieder mein. Wenn ich "Heidi" nicht selbst gesehen hätte, würde ich über die Geschichte vom Riesenwels im Heidesee nur lächeln. Aber sie ist wahr. Der Schreck sitzt mir immer noch in den Knochen.


Europäische Welse (Silurus glanis) können über 2 m, in seltenen Fällen sogar bis 3 m lang und 150 kg schwer werden. Wer es etwas kleiner mag, dem empfehle ich eine Tauchgang im einige Kilometer entfernten Karbuschsee bei Groß Köris. Dort kann man häufig Katzenwelse (Zwergwelse, Ameiurus nebulosus) beobachten. Sie werden lediglich 25 bis 45 cm lang.



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