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Loch Ness: Unterwasserjagd auf Nessie

Im sagenumworbenen Loch Ness treibt seit Jahrhunderten Nessie sein Unwesen. Der 37 km lange und nur 1,5 km breite See ist ein Bestandteil eines vor etwa 300 Millionen Jahren aufgebrochenen Grabens, der das schottische Hochland diagonal von Nordosten nach Südwesten durchschneidet.


Blick auf Loch Ness


In dem „Ungeheuer von Loch Ness“ vermuten manche den letzten Vertreter der angeblich längst ausgestorbenen Schlangenhalsechsen. Nach ihrer Theorie soll eine ganze Elasmosaurier-Familie – eine Untergruppe der Plesiosaurier – im Loch Ness eingeschlossen worden sein, als sich mit dem Ende der letzten Eiszeit das Land und der Meeresboden dort gehoben habe. Aus der fjordartigen Seebucht sei dabei ein Binnensee mit bis zu 250 m Tiefe geworden, der nie zufriert und stets eine niedrige Wassertemperatur von nur 5 bis 10 Grad Celsius aufweist. Mit Kameras, Tauchern, U-Booten und Sonardetektoren wurde Jagd auf Nessie gemacht. Doch außer ein paar unscharfen Fotos und „ungeklärten Sonarkontakten“ gibt es keine Anhaltspunkte für die Existenz des Monsters. Die Sache hat übrigens einen Haken: Pleisiosaurier waren Lungenatmer und mussten ähnlich wie Krokodile alle 10 bis 15 Minuten zum Luftholen auftauchen. Da müsste man doch Nessie mal häufiger zu Gesicht bekommen...


Das „Ungeheuer“ wurde am meisten bei Castle Urquhart gesichtet. Also begab ich mich auch dort auf die Suche nach Nessie – doch die Sonarechos zeigten keine Anomalien... Abgesehen davon war meine CF-Karte des Fotoapparats voll und als ich durch Löschen von anderen Fotos etwas freien Speicherplatz geschaffen hatte, war der Akku leer. Also selbst wenn Nessie aufgetaucht wäre, hätte ich keinen Beweis.


Mit dem Echolot auf Nessiesuche am Castle Urquhart


Ein paar Jahre später machte ich mich erneut auf zum Loch Ness. Diesmal hatte ich meinen Trockenanzug mit im Gepäck. Im nördlichen Seebereich ging ich ins Wasser.


Mit Flossen und Maske auf Nessiejagd


Das Ufer ist sehr steinig und Wasserpflanzen kaum vorhanden. Nessie ist mit Sicherheit kein Vegetarier, dachte ich. Das Wasser hat – wie überall in den schottischen Highlands – eine bräunliche Färbung. Ab und zu sah ich Dreistachlige Stichlinge, aber ansonsten keine Fische. Wovon soll sich Nessie ernähren, wenn es weder Pflanzen noch große Fischvorkommen gibt? Vielleicht Plankton? Schließlich sind die größten Fische – Walhai und Riesenhai – als auch die riesigen Bartenwale reine Planktonfresser. Während ich so vor mir hin sinniere und über die monotone Steinlandschaft tauche, bemerke ich im trüben Wasser eine Bewegung. Ich schwimme näher heran und sehe einen Aal, der sich meinem Blick zu entziehen versucht.



Aal und Stichling im Loch Ness


Ist das sagenumwobene Ungeheuer am schottischen Loch Ness wirklich ein Reptil oder nur ein riesiger Aal?


Tatsächlich wird das „Nessie“-Phänomen mit dem Vorhandensein einer großen Aalpopulation im Loch Ness erklärt. Ich bin sozusagen einem Mini-Nessie begegnet. Auch wenn ich keinem Ungeheuer begegnet bin, so war es ein spannender Ausflug in den sagenumwobenen See.

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