Auf der Suche nach dem Flussgiganten
- Roger Blum

- vor 5 Stunden
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Tauchen in der Spree
Gute Sicht, eine sanfte Strömung und eine Begegnung der ganz besonderen Art: Tauchen in der Spree hält mehr Überraschungen bereit, als man vermutet.

Vor den Toren Berlins offenbart die Spree eine lebendige und faszinierende Unterwasserwelt. Die sanfte Strömung erfasste uns sofort nach dem Abtauchen und wir trieben mühelos entlang des natürlichen Spreelaufs. Sattgrüne Wasserpflanzen wogen elegant in der Strömung.


Der Boden des Flusses ist überraschend belebt. Dicht am Grund flitzen flinke Schwarzmundgrundeln umher, während sich zwischendurch ab und zu kleine Trupps von Gründlingen blicken lassen. Barsche und Plötzen betrachten uns Eindringlinge in ihrem Reich und in einiger Entfernung kann ich auch große Bleie und sogar einen Döbel erkennen. Die Tierwelt profitiert von der dichten Vegetation: Einige Abschnitte des Flussbettes sind recht stark verkrautet und bieten den Flussbewohnern perfekte Verstecke und Laichplätze.

Wir gleiten weiter durch das diffuse Licht, das durch den Wasserpflanzendschungel bricht. Immer wieder schaue ich unter umgestürzte Bäume oder ausgewaschene Unterhänge. Dann plötzlich erkenne ich im Schein der Tauchlampe die gewaltige Silhouette eines Welses. Da liegt er nun – der Fisch, nach dem wir den ganzen Tauchgang über gesucht haben. Es ist ein absolut atemberaubender Moment, diesen riesigen Brocken aus nächster Nähe und in völliger Ruhe zu beobachten. Seine langen Barteln tasten sachte im Wasser, während seine Flanken im fahlen Licht schimmern.
Nach einigen unvergesslichen Minuten lassen wir den Wels in seinem Versteck zurück und schwimmen weiter. Dieser Tauchgang hat sich wirklich gelohnt und bewiesen, dass das Abenteuer oft direkt vor der Haustür liegt.

Fotos: R. Blum/J. Bugenhagen
Titelfoto: O. Görg





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