Zwischen Schleien, Hechten und Giganten
- Roger Blum

- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Stunden
Herbstlicher Tauchausflug auf dem Schmalen Luzin
Es ist schon fast eine kleine, feine Tradition in unserem Vereinsleben: Eine Floßfahrt im Herbst mit dem Taucherponton „Eric II“ auf dem Schmalen Luzin. Pünktlich um 9:00 Uhr hieß es an der Tauchbasis in Feldberg: Leinen los. Kapitänin Tanja nahm am Steuer Platz und manövrierte das Wassergefährt über den Feldberger Haussee und den Breiten Luzin, vorbei am Alten Zollhaus, bis hinein in den Schmalen Luzin.

Kaum angekommen hieß es: Ab in die Anzüge und abtauchen. Die große Frage, die uns alle umtrieb: Was wird uns dieses Jahr wohl erwarten? Die Hoffnung lag natürlich – wie immer – auf einer Begegnung mit dem Wels. Die ersten Bäume ließen bereits die Blätter fallen, die nun wie bunte Teppiche auf dem Seegrund lagen. „Genau dort, wo sich die Blätter stapeln, verstecken sich die Welse am liebsten!“, verriet uns Tanja vor dem Start. Tja, Theorie und Praxis… Beim ersten Tauchgang blieb unsere Suche leider erfolglos. Kein Wels in Sicht. Doch auch die restliche mecklenburgische Unterwasser-Prominenz hat bekanntlich ihren ganz eigenen Reiz. Hechte lauerten im Kraut auf Beute, und die Schleien hatten an diesem Tag offenbar eine Art Familientreffen organisiert – sie waren wirklich überall!

Suchspiel im Blätterwald
Nach einer kurzen Pause passierten wir das „Schmal“. Im südlichen Teil des Schmalen Luzin war die Sicht plötzlich deutlich besser. Wir glitten entspannt am Ufer entlang, als es fast passiert wäre: Ich wäre um ein Haar einfach über ihn hinweggetaucht! Mitten im Blätter-Dickicht auf dem Grund blitzte plötzlich der dunkle Rücken eines riesigen Welses auf. Knapp einen Meter weiter vorne schaute das breite Maul aus dem Versteck.

Ganz langsam und mit angehaltenem Atem näherten wir uns dem Riesen. Als er uns bemerkte, schwamm er tiefenentspannt Richtung Ufer. Ich brachte mich im Schutz eines umgestürzten Baumes in Position. Was für ein fantastischer Moment: Auge in Auge mit dem Riesen. Ich konnte ein paar schöne Schnappschüsse von diesem herrlichen Fisch machen.

Damit aber nicht genug: Einige Meter weiter, in einem anderen umgestürzten Baum, entdeckten wir einen jugendlichen Wels und direkt daneben ein Mini-Exemplar – keine zwanzig Zentimeter groß! Ein echter Baby-Wels! Ich habe mich direkt mal vorsichtig umgeschaut, ob Mama-Wels nicht irgendwo in der Nähe ist.

Das große Fressen und der innere Schweinehund
Wieder an Bord der „Eric II“ wurde erst einmal ausgiebig Mittag gegessen. Danach wartete die nächste Herausforderung: Dick, rund und träge wie die Welse selbst, kostete es mich danach einiges an mentaler Höchstleistung und Überwindung, mich für einen dritten Tauchgang noch einmal in das Neopren zu quetschen.

Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Ich konnte die beiden kleinen Welse im umgestürzten Baum nochmal besuchen und ein paar schöne Aufnahmen machen.

Es war wieder einmal ein rundum gelungenes, lustiges und vor allem spannendes Tauchevent. Ein großes Dankeschön an Tanja und die tolle Truppe an Bord.



Kommentare