„Amor holt sich nasse Füße“: Kinogeschichte aus der Nachbarschaft
- Roger Blum

- vor 5 Stunden
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Wo Filmkunst auf Tauchsport trifft
Der Köpenicker Ortsteil Wendenschloß in Berlin war Heimat vieler Filmschaffender. Einer der prominentesten unter ihnen war der Regisseur und Drehbuchautor Hans Knötzsch (1923–1996). Während sein Name oft mit Krimi-Klassikern wie „Polizeiruf 110“ oder „Der Staatsanwalt hat das Wort“ assoziiert wird, widmete sich der Filmabend am 8. Februar 2026 der Sporttaucher-Komödie „Amor holt sich nasse Füße“.

Hans Knötsch hatte in diesem Film als Regisseur und Drehbuchautor seine heitere Seite gezeigt. Buch und Szenarium des Films stammen aus der Feder von Otmar Richter (1938-2023), dem langjährigen Vorsitzenden des Tauchsportklubs Adlershof und Gründer des Sporttauchermuseums Wendenschloß.


Um die Hintergründe dieser Produktion zu beleuchten, holte sich der Filmklub fachkundige Unterstützung direkt aus dem benachbarten Museum. Uwe Scholz berichtete über den Dreh im September 1977 und die Drehorte am Helenesee bei Frankfurt/Oder und Sozpol (Bulgarien) am Schwarzen Meer. So waren an der "Helene" neben der Filmcrew auch 15 Taucher dabei - als UW-Beleuchter, Doubles, Geräte- und Kompressorenwart, Kamera-Assistenten, usw.

Roger Blum stellte den Anwesenden die verwendete Unterwasserfilmtechnik sowie Martin Rauschert (1934-2025) vor, der die Unterwasseraufnahmen des Films drehte. Rauschert unterstütze die DEFA als Unterwasserfilmer bei zahlreichen Produktionen, u.a. bei Filmaufnahmen zur Fernsehserie „Das unsichtbare Visier“ oder den DEFA-Kriminalfilm „Herion“. Er drehte auch Dokumentarfilme, u.a. „Jenseits der blauen Schwelle“ über eine Unterwasserstation am Grund des Schwarzen Meeres und eine 10-teilige Folge übers seine erste Antarktisüberwinterung. Im Sporttauchermuseum Wendenschloß ist die „Aquaflex“ ausgestellt, mit der „Amor holt sich nasse Füße“ gedreht wurde sowie zahlreiche Foto- und Filmtechnik von Martin Rauschert.


Dann konnte der Film starten. Die Handlung des Films dreht sich um die junge Katharina (Katharina Schulz), die nach dem Versenken des Motorrads ihres Freundes Peter (Peter Friedrichson) in einem See dessen Aufmerksamkeit und Liebe gewinnen will. Dabei kommt es zu allerlei Missverständnissen, Eifersüchteleien und komischen Situationen rund um eine Tauchsportgruppe der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), bis am Ende doch die Herzen zueinander finden. Zur Besetzung gehörten auch die beliebten DDR Schauspieler Ingeborg Krabbe (sie spielt Katharinas Mutter) und Heinz Rennhack (Tauchkumpel Kümmel), Auch Otmar Richter war in der Rolle des Tauchers Waldemar zu sehen.

Nach den Vorträgen wurde es gemütlich: Bei Kaffee und Kuchen hieß es „Film ab!“.
Die gezeigte Komödie sorgte für große Heiterkeit im Saal. Es war eine kurzweilige Veranstaltung bei der viel gelacht und in Erinnerungen geschwelgt wurde. Der Nachmittag bewies einmal mehr, wie lebendig die lokale Geschichte bleibt, wenn Enthusiasten aus Kultur und Technik zusammenkommen. Wendenschloß hat eben nicht nur Wasser vor der Tür, sondern auch eine Menge filmreife Geschichten im Gepäck.








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