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Tauchen in Rheinsberg und Umgebung

Aktualisiert: 7. Jan.

Eine Frage stellt sich immer wieder: Wohin am Wochenende zum Tauchen? Ein interessantes Ausflugsziel ist der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Es befindet sich nur 80 km nördlich von Berlin und ist innerhalb einer Autostunde zu erreichen. Ausgedehnte Buchenwälder und mehr als 100 Seen sind die Markenzeichen dieses schönen Naturparks. Da es sich jedoch um ein ausgedehntes Naturschutzgebiet handelt, ist das Tauchen nicht überall gestattet.


Großer Stechlinsee


Kernstück des Naturparks ist der Große Stechlinsee. Berühmt wurde der See durch den Dichter Theodor Fontane, der dem See mit seinem letzten großen Roman „Der Stechlin“ ein Denkmal gesetzt hat. Der glasklare See gehört zu den letzten natürlichen Klarwasserseen Norddeutschlands. Mit 69 m Tiefe ist er der tiefste See Brandenburgs. Sein Name leitet sich vom slawischen Wort „skeklo“ (= Glas) ab, und weist auf das klare Wasser des Sees hin. Das Gerätetauchen ist ausschließlich am Ostufer des Sees in der Bucht vor Neuglobsow erlaubt. Im Jahre 1985 wurden hier die Weltmeisterschaften im Orientierungstauchen ausgetragen. In Neuglobsow befindet sich auch eine Tauchbasis. Hier befindet sich auch der Ein- und Ausstieg. Taucher müssen sich unbedingt an der Tauchbasis anmelden (Anmeldung: Tel.: 033082 70453; kontakt@tauchbasis-stechlinsee.de).


Grosser Stechlinsee


Roofensee


Ein weiterer schöner Klarwassersee des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land ist der Roofensee (slawisch Rov = Graben). Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen langengestreckten Rinnensee, dessen Ufer steil abfällt. Die Maximaltiefe beträgt 19 m. Der See befindet sich etwa 10 km von Rheinsberg entfernt. Am besten erreicht man ihn über das kleine Städtchen Menz. Hier am Südufer befindet sich eine Badestelle, die als Einstieg genutzt werden kann. Spannend ist insbesondere der Bereich vor der Schilfzone. Hier kann man auf interessante Zeugnisse aus der Vergangenheit stoßen.


Roofensee


Geschichtsinteressierte sollten unbedingt die Stadt Rheinsberg besuchen. Das berühmteste Ausflugsziel im Naturpark ist das Rheinsberger Schloss mit den dazugehörigen Parkanlagen.



Schloss Rheinsberg


Rheinsberger See


Interessant ist auch der Rheinsberger See. Der See ist leider sehr nährstoffreich und die Sichtweiten daher bescheiden. Die Sicht beträgt selten mehr als 1 m. Doch um die auf dem See befindliche Remusinsel rankt sich eine interessante Legende. Die sichelförmige Insel befindet sich im Zentrum des Sees. Am ihr gegenüberliegenden Seeufer ragt die Buberow-Halbinsel in den See hinein. Auf der Remusinsel vermutete man in 18. Jahrhundert das Grab des Remus, den Bruder des Romulus. Remus soll zwar von seinem Bruder Romulus erschlagen worden sein, doch eine andere Version der Legende spricht von einer geglückten Flucht ins nordöstliche Germanien. Bereits vor mehreren hundert Jahren hatte man auf der Insel im Rheinsberger See bei Grabungen rätselhafte Steine mit lateinischen Innenschriften entdeckt. Als bei Bauarbeiten im Schlosspark von Rheinsberg auch noch ein Gefäß mit uralten römischen Münzen gefunden wurde, ließ Kronprinz Friedrich von Preußen erneut auf der Remusinsel graben. Allerdings kam nichts zu Tage, was die Legende hätte untermauern können. Eines gilt allerdings ziemlich sicher: Auf der Insel gab es einmal eine slawische Burg, die über eine Brücke mit der Buberow-Halbinsel mit dem Festland in Verbindung stand. Die Vermutung verschiedener Archäologen, dass es sich um das sagenumwobene slawische Heiligtum Rethra handeln könnte, hat sich bisher allerdings nicht bestätigt.


Im Sommer 2003 untersuchten Mitglieder des Vereins für Unterwasserarchäologie Berlin-Brandenburg e.V. Pfahlreste im Uferbereich der Remusinsel. Ziel der Untersuchung war die Klärung der Frage, ob die Holzteile Reste der slawischen Brücke oder der von Friedrich von Preußen angelegten Gondelanlegestelle sind.


Hafendorf Rheinsberg und Rheinsberger See mit Blick auf Remusinsel


Nach dem Tauchen kann man im Maritim Hafenhotel Rheinsberg entspannen und von verborgenen Schätzen träumen. Hier vom Ufer des Hafendorfs Rheinsberg hat man einen schönen Blick auf die ca. 1.100 m entfernte sich Remusinsel.


Ein Tauchausflug ins Ruppiner Land wird sich sicher als richtige Entscheidung erweisen.

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