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Mola Mola: Begegnung mit Mondfischen vor Bali

„Neulich habe ich einen Kugelfisch gesehen.“ Ist doch nichts besonderes, werden einige denken. „Der Kugelfisch war aber ein ganzes Stockwerk hoch.“ Jetzt spinnt er völlig, ist die nächste Reaktion. Zu viel Stickstoff geatmet…


Die Geschichte ist aber wahr. Mitte November war ich im Süden Balis an der Insel Nusa Penida tauchen und traf dort auf eine der faszinierendsten und mystischsten Kreaturen unserer Erde – den gigantischen Mondfisch. Mondfische können eine Körperlänge von etwa 3 Metern, eine Höhe von fast 4 Metern und ein Gesamtgewicht von über 2 Tonnen erreichen! Sie sind damit die größten Knochenfische der Welt. Laut Guinness-Buch der Rekorde wurde sogar einmal ein Riesenexemplar von 4,26 Metern und 2,235 Tonnen gefangen. Mondfische gehören zur Familie der Kugelfische, obwohl die Körperform weniger einer Kugel sondern eher einem Mühlstein ähnelt. Daher rührt auch der zoologische Name Mola mola (lat. mola = Mühlstein).





Eine Mondfisch-Fotopirsch war eigentlich nicht geplant. Vielmehr wollte ich an den strömungsreichen Tauchgründen rund um die Inseln Nusa Penida und Nusa Lembongan Haie fotografieren. Die starken und tückischen Strömungen mit häufig wechselnden Richtungen und Wirbeln sorgen für ein reichliches Großfisch-Aufkommen. Sie zählen zu den besten Tauchgebieten Balis. Ich hatte hier sogar das Glück, zwei Mondfische zu sehen. Der erste war recht schnell verschwunden, der zweite geduldete sich fairerweise so lange, bis ich ihn ausgiebig fotografieren konnte. Dann drehte er plötzlich ab und schwamm blitzschnell davon. Mondfische bewegen sich wie ein Drückerfisch, indem sie ihre Bauch- und Rückenflossen gleichzeitig nach rechts und nach links bewegen. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit sich die unbeholfen aussehenden Riesen fortbewegen können.


Der Mola mola brachte es noch zu einer weiteren Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde: Er ist mit bis zu 30 Millionen Eiern der Fisch mit den meisten potentiellen Nachkommen. Dennoch sind die Bestände stark gefährdet. Jedes Jahr verenden unzählige dieser faszinierenden Tiere als Beifang in den Treibnetzen der Schwertfischfangflotten oder an dem schwimmende Plastikmüll auf dem Meer, der Magen und Darm der Fische verstopft. Und obwohl er das Nervengift Tetrodotoxin (TTX) produziert, gilt er in Asien als Delikatesse. Taiwan und Japan sind die größten Abnehmer. Eine Woche vor meinem Mondfisch-Erlebnis bin ich ein paar Tage auf Taiwan gewesen und habe vielleicht unbewusst das eine oder andere Stückchen Mondfisch auf meinem Teller gehabt und die Wahrnehmung eines „stockwerkhohen Kugelfischs“ war nur die Folge von TTX und Stickstoff. Für mich jedenfalls war es ein wunderschöner Tauchgang.


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