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Der Karosseriesee bei Halbe

Aktualisiert: 22. Jan.

Wieder einmal führte mich ein Tauchausflug in das Köris-Teupitzer-Seengebiet. Es befindet sich südlich von Berlin und erstreckt sich zwischen Zossen, Königs Wusterhausen und Märkisch-Buchholz. Trotz der Nähe zu Berlin ist die Wald- und Seenlandschaft abgeschieden und naturbelassen. Hier befinden sich mehrere idyllische Waldseen, die sich hervorragend zum Tauchen eignen. Es handelt sich häufig um ehemalige Tongruben, wie der Tonsee bei Klein Köris, der Karbuschsee, der Pätzer Tonsee, die Tongruben von Körbiskrug sowie der Heidesee bei Halbe südöstlich von Teupitz.


Blick auf den Karosseriesee


Eigentlich wollte ich am Heidesee tauchen gehen. Der See ist eines meiner Lieblingsgewässer im Umland von Berlin. Da jedoch ein paar Angler die Einstiegsstelle blockierten, suchte ich eine Ausweichmöglichkeit. Und so tauchte ich eben im Karosseriesee bei Halbe. Der See steht etwas im Schatten des Heidesees, der nur wenige Meter entfernt ist. Der Karosseriesee ist ebenfalls eine ehemalige Tongrube. Als der Tonabbau aufgegeben wurde, füllte sich die Grube mit Wasser und ließ den Karosseriesee entstehen.



Der See ist heute Brutareal für Wasservögel und Aufenthaltsort vieler Muscheln und Schnecken sowie unzähliger Insekten und ihrer Larven, von denen sich die meisten Fische, Lurche und Vögel des Sees ernähren. Häufig fand ich die Larven der Segellibellen gut getarnt und mit Schlammresten bedeckt.


Mit Schlammresten bedeckte und gut getarnte Larve einer Segellibelle


An warmen, schwülen Sommertagen beginnen die Frösche zu quaken. Ihre Rufe sind weit zu hören. Häufig fand ich unter Wasser kleine Kaulquappen.


Frösche und Kaulquappe im Karosseriesee


Dankbare Fotoobjekte sind auch die Amerikanische Flusskrebse, die schwerfällig, fast ungeschickt über den Seegrund stolpern und wütend ihre Scheren entgegenstrecken, wenn man ihren zu nahe kommt.



Amerikanischer Flusskrebs verstreckt sich in einem Armeeessgeschirr


Traurige Bekanntheit erlangte das Gebiet rund um Halbe durch die Kesselschlacht im April 1945. Nach dem Zusammenbruch der 9. Armee wurden die kaum noch kampffähigen Reste in dem Waldgebiet zwischen Märkisch-Buchholz und Halbe von der Roten Armee eingeschlossen. Nachdem ein Kapitulationsangebot abgelehnt wurde, brachen zwischen dem 25. und 28. April 1945 die letzten gepanzerten Truppen auf Befehl von General der Infanterie Theodor Busse unter großen Verlusten aus dem Kessel aus. Auch im Karosseriesee sind noch Militaria-Überreste aus dieser Zeit zu finden.

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