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Die Tonteiche von Körbiskrug

Südöstlich von Berlin zwischen Königs Wusterhausen und Bestensee, etwa 1 km östlich der Bundestraße B 179, liegen der Große und Kleine Tonteich von Körbiskrug. Hier beginnt der gewässerreiche Naturpark Dahme-Heideseen. Die beiden, von dichten Wäldern umgebenen Seen sind beliebte Badegewässer.


Großer Tonteich bei Körbiskrug


Der Große Tonteich hat eine Fläche von 14,8 ha und eine maximale Tiefe von 16 m. Eine gute Einstiegsstelle zum Tauchen befindet sich am Campingplatz neben dem FKK-Strand. Aufgrund des steil abfallenden Seegrunds ist nur ein schmaler Schilfgürtel vorhanden. Nahe des Campingplatzes stößt man unter Wasser auf eine Kulturhalde mit altem Geschirr und Töpfen. Sie bieten allerlei Getier wie Krebsen und Fischen Unterschlupf.



Der Große und Kleine Tonteich von Körbiskrug sind Relikte aus der Zeit des Tonabbaus und der Ziegelproduktion. Sie entstanden gegen 1900 als große Mengen an Ziegelsteinen für den Berliner Bauboom benötigt wurden. Der Tonabbau erfolgte in den Freudenthaler und Kameruner Tonlöchern bei Groß Besten und Körbiskrug. Gleich vor Ort wurde der Ton zu Ziegelsteinen gebrannt. Die Ziegeleien befanden sich direkt an den Tonlöchern. Als dann Anfang des 20. Jahrhunderts der Tonabbau aufgegeben wurde, füllten sich die Tongruben mit Wasser. Im Jahre 1928 waren die beiden Tagebaue bereits mit Wasser gefüllt.



Bis Ende der 1960iger Jahre hatten die Tonseen von Körbiskrug eine hervorragende Wasserqualität und boten sehr gute Sichtweiten. Sie waren beliebte Tauchgewässer. Anfang der 1970iger Jahre war dann aber zunehmend eine starke Eintrübung des Wassers zu beobachten. Ursächlich waren offensichtlich Verkippungen von landwirtschaftlichen Abwässern aus einer in der Nähe befindlichen Schweinemastanlage. Erst in den 1980iger Jahren wurde die Gülleverkippung eingestellt. Seit der Wende nimmt die Trübung ab und die Sichtweiten des Sees bessern sich von Jahr zu Jahr. Es ist zu hoffen, dass sich die ursprüngliche Qualität des Wassers wieder einstellt. Denn derzeit ist das Taucherlebnis aufgrund der eingeschränkten Sichtweiten teilweise getrübt. Dennoch sollen an guten Tagen Sichtweiten bis zu 5 m möglich sein.


Kleiner Tonteich bei Körbiskrug






Etwa 1,5 km südlich der Tonseen von Körbiskrug liegt der Pätzer Tonsee. Die Sicht ist dort deutlich besser. Der Pätzer Tonsee befindet sich direkt an der Bundesstraße B 179. Der See entstand erst 20 bis 30 Jahre später. Hier wurde der Tonabbau und die Ziegelproduktion bis Anfang der 1940iger Jahre aufrechterhalten. Während der Abbauzeit fanden Arbeiter bei Tonabbauarbeiten den Backenzahn eines Mammuts sowie mehrere Faustkeile. Gerüchten zufolge musste der Abbau plötzlich durch einsickerndes Grundwasser eingestellt werden. Es wurde von zurückgelassenen größeren Geräten wie Schienenfahrzeugen berichtet. Allerdings kann habe ich weder in den Tongruben von Körbiskrug noch im Pätzer Tonsee Schienen oder Schienenfahrzeuge unter Wasser finden können. Dagegen findet man auf dem Grund des Tonsees bei Klein Köris an mehreren Stellen größere Schienenreste und Loren. Auch einen Förderturm und Zugvorrichtungen zum Betrieb der Lorenbahn sind dort zu finden.


Pätzer Tonsee


Im Heidesee bei Halbe, ebenfalls einem ehemaligen Tagebau, findet man sogar ein ganzes Haus nebst Förderanlage unter Wasser.


Literatur:

Dietrich Wendt, „Der Kleine Tonteich Bestensee-Freudenthal – Zur Veränderung der Wasserqualität über den Zeitraum 1972 – 2001“

Falk Wieland, „Die Tonseen bei Körbiskrug“ in „Tauchreiseführer Deutschland – Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen“, Verlag Stephanie Nagelschmid, 2. Auflage (2004), S. 214.

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