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Amphoren auf dem Meeresgrund

Der Meeresgrund vor der türkischen Küste ist übersät mit antiken Schiffswracks und Amphoren. Besonders vor Kas kann man auf die Zeugnisse der Vergangenheit treffen. Der kleine Ort blieb lange vom Massentourismus verschont. Bis in die 70iger Jahre war der Ort nur über einen Eselspfad erreichbar. Mittlerweile hat er sich aufgrund der vielen herrlichen Tauchplätze zu einem Zentrum des Tauchtourismus entwickelt.



Kas wurde von den Lykiern gegründet. Zeugnisse der lykischen Geschichte sind noch überall im Ort zu finden, u.a. ein großer steinerner Sarkophag sowie in Fels gehauene Grabkammern. Hauptsehenswürdigkeit von Kas ist allerdings das antike Theater von Antiphellos am westlichen Ortsrand. Es stammt aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und hat einen Durchmesser von ca. 50 m. Während der römischen Herrschaft war Antiphellos die wichtigste Stadt der Region. In der Antike führten die Handelswege von Ägypten über Israel und die Türkei nach Griechenland und Rom.


Lykische Höhlengräber in Demre


Die Zeugnisse der antiken Vergangenheit sind auch unter Wasser zu finden. Vor Kas liegen mehrere Wracks und überall findet man Amphoren, manche davon einen Meter groß und zweitausend Jahre alt. Die Amphoren dienen heute als Unterschlupf für Muränen und Oktopoden.



Ein großes Amphorenfeld findet man am Oasis Riff. Um das Riff zu erreichen, muss erst eine Fläche mit Sand und Seegras passiert werden, in der große Steckmuscheln zu sehen sind. Das Riff ist wie ein kleiner Berg geformt, in dessen Mitte sich eine kleine Schneise befindet, in der die Amphoren liegen.





Weitere Amphorenfelder befinden sich am Lykia Wrack, Assi Island und am Tauchspot Üc Kaya. Die Amphoren, die häufig von Seesternen, Oktopusse oder Schraubensabellen bewohnt sind, sind hübsche Fotomotive.



Ein toller Tauchplatz ist auch Fener Kulesi, eine sandige, von drei Seiten von Bergen geschütze Bucht. Dieser natürliche Hafen hat sich offenbar bereits bei den Seefahrern der Antike großer Beliebtheit erfreut. Jedoch hat er auch seine Tücken. Vor der Landzunge, die die Schiffe für die Einfahrt in die Bucht umrunden müssen, erstrecken sich die Zacken eines Felsriffs. Sie stellen eine erhebliche Gefahr für die einfahrenden Schiffe dar. Wenn die Kurve zu eng genommen wird, besteht die Gefahr, dass der Schiffsrumpf am Riff aufgerissen wird. Davon, dass das Riff mehreren Schiffen zum Verhängnis geworden ist, zeugen heute die Überreste mehrerer Wracks. Am bekanntesten ist das sog. „Hundertjährige Wrack“. Das Wrack stammt aus der osmanischen Zeit. Die Überreste des Seglers liegen einige Meter hinter dem Riff innerhalb der Bucht auf einer Seegraswiese. Das Wrack liegt mittlerweile ca. 150 – 200 Jahre auf dem Meeresgrund und ist leider schon sehr zerfallen. Die Rippen der Spanntenreste des Holzwracks bieten aber ein gutes Fotomotiv. Rund um das Wrack findet man auch häufig gut getarnte Flughähne. Auf dem Riff selbst findet man auch die Amphorenscherben eines antiken Wracks.


Tauchen vor Kas bietet unvergessliche Einblicke in die Vergangenheit.


Tipp: Der bekannteste und zugleich anspruchsvollste Tauchplatz ist „Flying Fish“, das Wrack eines italienischen Bombers, der vor Kas während des Zweiten Weltkriegs abstürzte. Das Flugzeug liegt auf 63 Metern Tiefe. Tauchgänge zum Flugzeugwrack werden von fast allen Tauchbasen in Kas angeboten.



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