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Wärmeliebende Winzlinge: Süßwasserquallen im Steinbruch Löbejün

Ich staunte nicht schlecht, als im Steinbruch Löbejün eine Qualle an meiner Maske vorbeizog. Hier - weitab vom Meer - habe ich keine Quallen erwartet. Elegant bewegte sich die Qualle durch die sich zusammenziehenden Bewegungen ihres Schirms vorwärts. Der Schirm der Qualle war etwa so groß wie ein 2-Euro-Stück und der Rand mit vielen Tentakeln besetzt. Es handelte sich um eine Süßwasserqualle Craspedacusta sowerbii, der einzigen in europäischen Süßgewässern vorkommende Quallenart. Sie bevorzugt saubere, stehende Gewässer.




Die ursprünglich aus China stammende Süßwasserqualle sieht ihren Meerwasser-Verwandten sehr ähnlich. Im Gegensatz zu einigen ihrer Verwandten des Salzwassers ist sie für den Menschen aber völlig ungefährlich. Die Qualle besteht zu 99,3 Prozent aus Wasser. Sie ist damit das Tier mit dem höchsten Wassergehalt.





Der fernöstliche Winzling liebt die Wärme. Zu ihrer Entwicklung benötigt sie Wassertemperaturen von mindestens 25 °C. Bei geringeren Wassertemperaturen bleibt sie als Polyp am Boden. Das Polypenstadium kann mehrere Jahre andauern. Die Qualle findet man daher vor allem in sehr langsam fließenden und stehenden Gewässern, die sich im Sommer schneller erwärmen. Wenn sich dann in einem warmen Sommer die Polypen zur ausgewachsenen Meduse entwickeln, sollte man seine Tauchausrüstung auspacken und sich dieses einzigartige Schauspiel anschauen.




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