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Unterwasser-Scooter von 1961

Aktualisiert: 23. Jan.

Jedes Alter braucht sein Spielzeug


In Heft 4 der 1962 erstmals erschienenen Zeitschrift „poseidon“ war unter dem Titel „Unser Scooter“ u.a. zu lesen:


Seit dem Sommer 1961 verfügt unsere Tauchsportgruppe der Deutschen Akademie der Wissenschaften über einen Scooter, den wir selbst angefertigt haben. Nach dreiwöchigem Einsatz in der Ostsee sowie bei Tauchfahrten im Heinitzsee und Liebnitzsee haben wir uns so an dieses UW-Fahrzeug gewöhnt, daß wir es nicht mehr missen möchten.



Der Konstrukteur dieses Unterwasserfahrzeugs war der Ingenieur Günter Kaufmann.


Das zweiteilige Gehäuse wurde aus 1 mm Stahlblech gefertigt. Zur Stabilisierung wurden 8 Ringspanten eingeschweißt. Als Antrieb diente ein 6V Startermotor, ge-speist von einer auf 2x 6V geteilten 12V Bleibatterie, die dann parallel geschaltet eine Leistung von 168 Ah abgab. Bei Belastung und 3000 U/min nahm dieser Motor 125A auf. Bei der hohen Belastung der Batterie bestand die Möglichkeit einer Ansammlung von Knallgas im Gehäuse. Motor und Batterieteil konnte man durch eine durchgehende Dichtung voneinander trennen, um einer möglichen Entzündung durch Funkenbildung vorzubeugen.



Über eine kugelgelagerte 20mm Antriebswelle, die durch einen Kautasitring gedichtet war, wurde die selbstgefertigte Schraube betrieben, die dem Scooter eine Geschwindigkeit von 5km/h verlieh.


Die Bedienung erfolgte über einen handelsüblichen LKW-Hauptstromschalter. Der Minuspol lag an Masse an. Der Pluspol wurde durch zwei wasserdichte Kabeldurchführungen zum Schalter geleitet und so geändert, dass er selbsttätig ausschaltet, wenn man die Hand vom Griff nimmt. So konnte man den Scooter bei Gefahr loslassen und er stieg infolge seines Auftriebes von 500g langsam zur Oberfläche.



Der Anstrich wechselte in der folgenden Zeit mehrfach. In den 70iger Jahren vesuchten wir im Helenesee Filmaufnahmen zu machen, deren Realisierung auf Grund der schlechten Sicht nicht zufriedenstellend verliefen.



Viele Berliner Tauchgruppen liehen sich dieses Unterwasser-Fahrzeug, von den Tauchern der DAdW bereitwillig zur Verfügung gestellt, im Laufe der Zeit öfter aus, um diesen Fahrspaß unter Wasser auch genießen zu können.




Der Scooter wurde von der „Allianz der Wasserfreunde“ dem Sporttaucher-Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.


Kontakt:


Tauchermuseum Berlin-Wendenschloß

c/o Tauchsportklub Adlershof im ProSport 24 e.V.

Wendenschloßstraße 420

12557 Berlin

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