Meerwallnuss (Mnemiopsis leidyi)
- Steven Blum

- 1. Jan. 2000
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Jan.


Erkennungsmerkmale:
Die Meerwallnuss ist eine durchsichtige, gallertartige Rippenqualle mit eiförmigem bis birnenförmigem Körper. Sie besitzt acht Reihen schimmernder Wimpernplatten (Rippen), die bei Bewegung regenbogenfarbig glänzen. Auffällig sind die zwei großen Mundlappen an der Vorderseite. Tentakel fehlen. Die Körpergröße liegt meist bei 3–7 cm, maximal bis etwa 10–12 cm.
Verbreitung:
Ursprünglich stammt Mnemiopsis aus dem westlichen Atlantik. Seit den 1980er-Jahren hat sich die Art durch Ballastwasser von Schiffen stark ausgebreitet und kommt heute u. a. im Schwarzen Meer, Mittelmeer, in der Nordsee und Ostsee vor. In europäischen Gewässern gilt sie als invasive Art.
Lebensraum:
Die Meerwallnuss lebt pelagisch im offenen Wasser, sowohl küstennah als auch im Freiwasser. Sie toleriert ein breites Spektrum an Salzgehalten und Temperaturen und kann daher auch in Brackwassergebieten wie der Ostsee erfolgreich vorkommen.
Ernährung:
Sie ernährt sich räuberisch von Zooplankton, darunter Ruderfußkrebse, Fischlarven und Fischeier. Die Beute wird mithilfe von Schleimsekreten an den Mundlappen eingefangen und zum Mund transportiert.
Fortpflanzung:
Mnemiopsis ist zwittrig und kann sich sehr schnell vermehren. Die Tiere geben Eier und Spermien direkt ins Wasser ab. Unter günstigen Bedingungen ist auch Selbstbefruchtung möglich, was zu explosionsartigen Massenvermehrungen führen kann.
Verhalten:
Die Fortbewegung erfolgt durch den Schlag der Wimpernplatten. Meerwallnüsse treiben oft passiv mit Strömungen, können sich aber gezielt im Wasser ausrichten. Sie sind völlig harmlos für den Menschen und besitzen keine Nesselzellen.
Bedeutung und Auswirkungen:
Die Meerwallnuss hat keine wirtschaftliche Nutzung, kann jedoch erhebliche ökologische Auswirkungen haben. Durch den starken Fraß auf Zooplankton und Fischlarven kann sie Fischbestände beeinträchtigen und Nahrungsnetze verändern. Besonders bekannt sind ihre negativen Effekte im Schwarzen Meer.
Besonderheiten:
Im Gegensatz zu Quallen (Nesseltiere) gehören Rippenquallen zu einer eigenen Tiergruppe und nutzen keine Nesselkapseln, sondern Schleim zum Beutefang. Das schillernde Leuchten entlang der Rippen macht die Meerwallnuss zu einem auffälligen, wenn auch oft unterschätzten Bewohner unserer Meere.
Von: Verena (Eingetragen am: 22.06.2017 um 12:11 Uhr)
Moin Roger,
schöne Bilder und Berichte!
Ich tauche auch rund um Kiel, meistens beruflich (siehe www.crm-online.de).
Das Bild von Mnemiopsis (Meerwalnuss, NICHT Seestachelbeere, erstere ist eingeschleppt, wurde 2006 das erste Mal von einer Kieler Wissenschaftlerin entdeckt; zweitere ist eine heimische Rippenqualle) geht leider nicht auf beim Draufklicken. Zum Glück vermehrt sie sich doch nicht so sehr wie befürchtet, so dass weiterhin die Fischlarven relativ verschont von ihr bleiben :)
Grüße von der Ostsee und immer gut Luft!
Verena







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