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Der Riesenfisch vom Marmorpalais(Heiliger See, Potsdam)

Aktualisiert: 26. Jan.

Ziel unseres heutigen Tauchausflugs war der Heilige See in Potsdam. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe der Potsdamer Parkanlagen und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Den Heiligen See umgeben schöne herrschaftliche Villen und historische Bauwerke wie das Marmorpalais am Westufer. Der See befindet sich im Eigentum der Stiftung Schlösser und Gärten. Da das Tauchen in dem See auf maximal 10 Taucher pro Tag beschränkt ist, hatten wir uns vorher angemeldet. Die Genehmigung ist kostenfrei. Sie war problemlos und unbürokratisch über den Tauchsportservice Potsdam möglich. Ein kurzer Anruf genügte.


Zum Tauchen freigegebene Einstiegsstelle gegenüber dem Marmorpalais


Wir nutzten die zum Tauchen freigegebene Einstiegsstelle an der Seestraße mit Blick auf das Marmorpalais. Hier sahen wir auch unseren ersten Fisch: ein etwa 1 Meter langer Silberkarpfen schwamm leblos an der Wasseroberfläche. Er erinnerte an ein fehlgeschlagenes, zu DDR-Zeiten großangelegtes Experiment: Anfang der 1980iger wurden in vielen heimischen Gewässern Silber- und Marmorkarpfen aus der damaligen Sowjetunion und aus China ausgesetzt. Man hoffte, dass sich die asiatischen Großkarpfen ausschließlich von Algen ernährten und so die Wasserqualität in geschlossenen Systemen verbesserten. Auch der Heilige See war Teil des Fischereiexperiments. Doch die massigen Fische wurden zu einem regelrechten Problem. Sie konkurrierten mit der heimischen Fischwelt und fraßen Wasserflöhe und andere Filtrierer, was das Algenwachstum weiter förderte. Auch verschlechterten die Riesenfische durch ihre Ausscheidungen die Wasserqualität. Essen wollte sie auch niemand, da sie einen eher muffigen, tranigen Geschmack haben.


Ein etwa ein Meter langer, toter Silberkarpfen im Heiligen See


Um den ökologischen Zustand des Heiligen Sees zu verbessern, wurden die Silber- und Marmorkarpfen nach der Wende abgefischt. Zudem kam es in den letzten Jahren nach der Eisschmelze immer wieder zu regelrechten Massensterben. In den Medien wurde berichtet, dass die Riesenfische zu Hunderten tot im Heiligen See und Rangsdorfer See trieben. Es waren einfach zu viele Fische. Der Sauerstoff reichte nicht mehr aus und die Fische erstickten unter der Eisdecke. Nach dem Fischsterben hat sich die Wasserqualität jedoch deutlich verbessert.


Beim Tauchen trafen wir auf keinen Silberkarpfen. Die Sicht betrug etwa 4 Meter. Der der See im Sommer manchmal leider „umkippt“, sollte für einen Tauchausflug an den Heiligen See die Vor- oder Nachsaison gewählt werden.


Quelle/Literatur: Jana Haase: „Geheimnis im Heiligen See – DDR-Experiment in Potsdam: Der letzte Karpfen“ in Potsdamer Neueste Nachrichte (PNN) vom 27. Juli 2017

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