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Meerjungfrauen mit Stoppelbart

Aktualisiert: 6. Jan.

Manatee-Begegnung vor Bayahibe (Dominikanische Republik)


Seekühe gehören zu den 5 Five der Unterwasserwelt. Ein Schild am Strand von Bayahibe an der Südostküste der Dominikanischen Republik informierte darüber, dass mehrere dieser Meeressäuger regelmäßig die Bucht aufsuchen. Sie heißen Juanita, Lupita, Pepe und Remi und sind mittlerweile eine Art Maskottchen der Region.



Es dauerte nicht lange, da konnte ich zwischen einigen Booten den ersten grauen Schatten ausmachen. Das Wasser war hier nur knapp einen Meter tief. Ich griff meine Maske, ging ins Wasser und tauchte vorsichtig ab. Die Seekuh ließ sich bei ihrem Seegras-Abendmahl nicht stören. Selbst als ich direkt vor ihr war, schaute sie mich nur kurz mit ihren kleinen Kulleraugen an und schmatzte gemächlich weiter. Ich hatte sie sofort in mein Herz geschlossen. Doch weshalb die Tiere früher von Seefahrern als schöne Sirenen, Nymphen bzw. Meerjungfrauen gehalten wurden, wird mir ein Rätsel bleiben. Die rundlichen Tiere haben eine borstige Schnauze und dicke moosbewachsene Haut. Eine Verwechslung mit schönen Frauen dürfte allenfalls auf zu viel Sonne und Dehydration zurückzuführen sein. Die nächsten noch lebenden Verwandten der vielbesungenen Meerjungfrauen sind kurioserweise die Elefanten. Der Körperfettanteil der Seekühe ist überraschenderweise aber vergleichsweise gering. In kaltem Wasser kühlen sie schnell aus. Wenn ihnen kalt ist, suchen sie nicht nur mit Artgenossen, sondern gern auch mit Tauchern und Schnorchlern engen Körperkontakt. Je kälter das Wasser, desto kuschelbedürftiger werden die Tiere, wird berichtet.



Von den Seekühen gibt es weltweit nur noch vier Arten. Man unterscheidet zwischen den zu den Rundschwanzseekühen gehörenden Karibikmanati, Amazonasmanati und den Afrikanischen Manati sowie den zu den Gabelschwanzseekühen gehörenden Dugong, der im Roten Meer anzutreffen ist. Vor allem der Motorbootverkehr macht den Tieren zu schaffen. Da sie sich meist nahe der Wasseroberfläche aufhalten und alle paar Minuten zum Luft holen auftauchen müssen, besteht die Gefahr, dass sie von Booten gerammt oder von Schiffsschrauben verletzt werden. Juanita, Pepe, Lupita und Remi hatten selbst unliebsame Begegnungen mit dem Menschen. Sie wurden gerettet und nun wieder ausgewildert.




Auch an den folgenden Tagen hatte ich noch mehrfach die Gelegenheit die sanften Meeresbewohner aus der Nähe zu beobachten. Es waren unbeschreibliche, herrliche Erlebnisse.


Text/Fotos: Roger Blum

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