Grasnadel (Syngnathus typhle)
- Steven Blum

- 1. Jan. 2000
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Jan.

Location: Ostsee, Deutschland (Foto: Roger Blum)
Erkennungsmerkmale:
Die Grasnadel besitzt einen sehr langgestreckten, starren Körper mit deutlich kantigem Querschnitt, der von ringförmigen Knochenplatten umgeben ist. Kopf und Körper gehen ohne deutliche Absetzung ineinander über. Charakteristisch ist die röhrenförmige Schnauze mit kleiner endständiger Mundöffnung. Die Färbung variiert von grünlich bis braun und passt sich gut an Seegras- und Algenbestände an. Erwachsene Tiere erreichen meist 30–40 cm Länge, vereinzelt bis etwa 45 cm.
Verbreitung:
Syngnathus typhle ist im nordöstlichen Atlantik verbreitet, von der Biskaya über die Nordsee bis zur Ostsee sowie ins Mittelmeer. In der Ostsee gehört sie zu den häufigsten Seenadelarten.
Lebensraum:
Die Grasnadel lebt in flachen Küstengewässern, meist in Tiefen von 0,5 bis etwa 15 m. Bevorzugt werden dichte Seegraswiesen (z. B. Zostera) und Algenfelder, in denen sie gut getarnt ist. Die Art ist stark an strukturreiche Lebensräume gebunden.
Ernährung:
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen planktonischen und bodennahen Krebstieren wie Ruderfußkrebsen, Flohkrebsen und Mysiden. Die Beute wird mit einem schnellen Saugstoß durch die Röhrenschnauze aufgenommen.
Fortpflanzung:
Wie bei allen Seenadeln übernimmt das Männchen die Brutpflege. Das Weibchen legt die Eier in eine Bruttasche oder Brutfalte an der Bauchseite des Männchens. Dort werden die Eier befruchtet und bis zum Schlupf versorgt. Nach mehreren Wochen entlässt das Männchen voll entwickelte Jungtiere ins freie Wasser.
Verhalten:
Grasnadeln schwimmen langsam und aufrecht oder waagerecht zwischen Seegräsern und Algen. Häufig verharren sie reglos und verlassen sich auf ihre Tarnung. Bei Gefahr ziehen sie sich tiefer in die Vegetation zurück.
Bedeutung und Schutz:
Die Grasnadel hat keine wirtschaftliche Bedeutung als Speisefisch. Sie ist jedoch ein wichtiger Bestandteil von Seegrasökosystemen. Der Rückgang von Seegraswiesen durch Küstenbebauung, Nährstoffeinträge und Klimawandel stellt eine potenzielle Gefährdung für die Art dar.
Besonderheiten:
Die umgekehrte Rollenverteilung bei der Fortpflanzung – mit brütenden Männchen – macht die Grasnadel zu einem besonders interessanten Fisch aus biologischer Sicht.
Arten der Gattung Syngnathus:
Syngnathus abaster (Risso, 1827)
Syngnathus acus (Linnaeus, 1758)
Syngnathus affinis (Günther, 1870)
Syngnathus auliscus (Swain, 1882)
Syngnathus californiensis (Storer, 1845)
Syngnathus caribbaeus (Dawson, 1979)
Syngnathus carinatus (Gilbert, 1892)
Syngnathus dawsoni (Herald, 1969)
Syngnathus euchrous (Fritzsche, 1980)
Syngnathus exilis (Osburn & Nichols, 1916)
Syngnathus floridae (Jordan & Gilbert, 1882)
Syngnathus folletti (Herald, 1942)
Syngnathus fuscus (Storer, 1839)
Syngnathus insulae (Fritzsche, 1980)
Syngnathus leptorhynchus (Girard, 1854)
Syngnathus louisianae (Günther, 1870)
Syngnathus macrobrachium (Fritzsche, 1980)
Syngnathus macrophthalmus (Duncker, 1915)
Syngnathus makaxi (Herald & Dawson, 1972)
Syngnathus pelagicus (Linnaeus, 1758)
Syngnathus phlegon (Risso, 1827)
Syngnathus safina (Paulus, 1992)
Syngnathus schlegeli (Kaup, 1856)
Syngnathus schmidti (Popov, 1927)
Syngnathus scovelli (Evermann & Kendall, 1896)
Syngnathus springeri (Herald, 1942)
Syngnathus taenionotus (Canestrini, 1871)
Syngnathus tenuirostris (Rathke, 1837)
Syngnathus variegatus (Pallas, 1814)
Syngnathus watermeyeri (Smith, 1963)









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