Ein Ausflug in die Bronzezeit
- Roger Blum

- 4. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 9 Stunden
Unterwasserarchäologen zu Besuch in Biskupin
Im Mai 2026 begaben sich Mitglieder des Vereins für Unterwasserarchäologie Berlin-Brandenburg e.V. auf eine besondere Zeitreise. Das Ziel der Exkursion war der Biskupiner See in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Dort, wo vor über 90 Jahren eine archäologische Sensation ans Licht kam, suchten die Taucher nach Antworten für ihre aktuelle Arbeit in der Heimat.

Am Burgwall von Biskupin
Die Geschichte der Wiederentdeckung des Burgwalls Biskupin reicht bis ins Jahr 1933 zurück, als sinkende Wasserstände erste Holzstrukturen im See preisgaben. Was die Archäologen damals freilegten, war nichts Geringeres als eine der am besten erhaltenen prähistorischen Siedlungen Mitteleuropas. Die Siedlung entstand vor etwa 2.700 Jahren auf einer Insel im Biskupiner See während der Übergangszeit von der Bronze- zur Eisenzeit. Sie bot etwa 1.000 Menschen Schutz und Lebensraum.

Bootsfahrt auf dem Biskupiner See
Die gesamte Anlage war von einem mächtigen, wellenbrechenden Schutzwall umgeben. Eine Brücke bildete den Zugang zum Festland und sicherte die strategische Lage. Nach Jahrzehnten intensiver Ausgrabungen wurde ein Teil des Burgwalls sowie der Innenbebauung direkt am Originalfundort wiedererrichtet. Heute befindet sich in Biskupin ein Freilichtmuseum, das Besuchern die Architektur der Lausitzer Kultur unmittelbar erlebbar macht.

Bronzezeitliches Gefäß
Für uns Unterwasserarchäologen bot der Besuch die seltene Gelegenheit, die Dimensionen und handwerklichen Details einer solchen Anlage zu studieren – von den massiven Kastenkonstruktionen des Walls bis hin zur Anordnung der Wohnstraßen. Der fachliche Fokus lag auf den spezifischen Konstruktionsmerkmalen der Holzverbauten, denn aktuell untersucht der Verein eine archäologisch vergleichbare Anlage im Land Brandenburg. Da viele der hiesigen Funde unter Wasser liegen und oft nur fragmentarisch erhalten sind, hilft den Tauchern der direkte Vergleich mit den Rekonstruktionen in Biskupin, ihre eigenen Messergebnisse und Holzfunde besser einzuordnen.


Natürlich durfte auch das Tauchen auf der Exkursion nicht zu kurz kommen.



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