Belize: Das Herz Mittelamerikas
- Steven Blum

- 26. Jan. 2010
- 3 Min. Lesezeit
„Wenn es denn ein Ende der Welt geben soll, so liegt es mit Sicherheit in Britisch Honduras“, schrieb einst Aldous Huxley. Heute heißt das kleine Land im Herzen Mittelamerikas Belize. Geheimnisvolle Tempelanlagen der Maya und Hafenstädte mit kolonialen Charme, einige der schönsten Tauchplätze der Welt und Ausflüge in die unberührten tropischen Regenwälder erwartet Sie hier. Dichter Dschungel überzieht das Landesinnere, und noch immer werden in diesen unzugänglichen Gebieten viele bisher unentdeckte Maya-Ruinen vermutet. An der Küste regieren Mücken und Sandflöhe. Diesen wilden und sumpfigen Küstenstreifen wollte früher eigentlich keiner so recht haben. Nicht einmal die Spanier. Erst im 17. Jahrhundert ließen sich englische und schottische Piraten nieder und so kam es, dass Belize heute das einzige englischsprachige Land Mittelamerikas ist.
Der Landesname geht vermutlich auf die spanische Aussprache des Namens Peter Wallace zurück. Der schottische Pirat hatte 1638 die erste englische Siedlung an der Mündung des Belize Rivers gegründet. Laut einer Überlieferung hätten die spanischsprachigen Zeitgenossen sein Namenswort „Wallace“ so ausgesprochen, dass daraus „Balise“ und später „Belize“ wurde.

Als Kolonie British Honduras war Belize für Großbritannien kein klassisches Siedlungskolonialgebiet mit Städten, Bildungseinrichtungen oder verarbeitenden Betrieben. Stattdessen nutzten die Briten das Land vor allem als Rohstoffquelle für Holz. Als die Mahagoni-Bestände zurückgingen, hatte das Land keine starke Ersatzwirtschaft.

Die Jahrhunderte schwacher Strukturen waren aber auch ein Segen für das Land. Denn der größte Schatz des touristisch noch relativ unerschlossenen Landes befindet sich weit draußen vor der Küste. Dort liegen eine Reihe von Inseln entlang eines riesigen Barriereriffs, welches das Land wie ein Schild fast über seine ganze Länge von der Karibik abschirmt. Der 300 km lange Riffabschnitt vor der Küste des kleinen mittelamerikanischen Staates wurde im Jahre 1996 zum Weltkulturerbe erklärt. Das Land bietet neben dem Great Belize Reef auch drei große Atolle: Turneffe-, Glover's- und Lighthouse Reef.
Ich tauchte am Turneffe Reef, dem größten der drei Atolle. Es ist auch das Westlichste der Atolle und somit von Belize City am schnellsten zu erreichen. Mit dem Speedboot fuhren wir von Belize City entlang an scheinbar nicht enden wollenden Mangrovengebieten. Das Turneffe Atoll ist das größte Meeresreservat von Belize. Mehr als 260 Fischarten sind hier anzutreffen und die sandigen Strände bieten wichtige Nistplätze für Schildkröten und Krokodile.
Rund um das Atoll findet man herrliche Tauch- und Schnorchelplätze, die einzigartige Unterwassererlebnisse garantieren. Ich besuchte das Atoll im Dezember. In den Wintermonaten wird aufgrund der dort herrschenden Windverhältnisse in der Regel auf der Ostseite des Atolls getaucht. Bekannte Tauchplätze sind „Jojos Split“, „Lee Ellen Melons“, „Corona“ und „Grand Bogue“.
Mein erster Tauchgang führte mich zum Tauchplatz „Jojos Split“. Die Sicht war gut und wir tauchten zu einer Steilwand. Hier zog ein Adlerrochen an mir vorbei. Am Riff sah ich auch eine Schildkröte und 3 fette Grüne Muränen. Den nächsten Tauchgang unternahm ich am „Monkey´s Man Cut“. Neben zwei Adlerrochen sah ich die typische karibische Flora und Fauna, vor allem Drücker-, Papageien- und Kaiserfische. Bemerkenswert waren auch die großen Schwämme.
Wenn es die Windverhältnisse zulassen, kann rings um das Atoll getaucht werden. An der Nordwestseite sind sowohl flache Tauchgänge als auch Steilwandtauchen möglich. Die Riffkante fällt hier teilweise steil über 100 m in die Tiefe. Zu sehen sind viele Zackenbarsche, u.a. Nassau-, Tiger- und Gelbflossen-Zackenbarsche, Adlerrochen und mit etwas Glück auch Mantarochen und Hammerhaie. An der Südspitze des Turneffe Atolls soll man am „Turneffe Elbow“ unglaubliche Strömungstauchgänge unternehmen können, bei denen Begegnungen mit Riff- und Hammerhaien möglich sind.











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