Auf den Spuren von Charles Darwin
- Steven Blum

- 9. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Der Morgen in Ushuaia beginnt leise. Ein kühler Wind zieht über den Haden, Skuas und Möwen kreisen über den Booten, und die Berge spiegeln sich im grauen Wasser. Hier am Ende der Welt starte ich eine Ausflug, der mehr ist als nur eine Bootsfahrt – er ist eine Reise durch Geschichte, Natur und Zeit. Unser Ziel: der Beagle-Kanal und die Seelöwen-Kolonie am berühmten Leuchtturm Les Eclaireurs, dem südlichsten Leuchtturm der Welt.
Aufbruch in den Beagle-Kanal
Sobald das Boot ablegt, öffnet sich die Landschaft wie ein Panorama aus Eis, Wasser und Himmel. Der Beagle-Kanal, benannt nach Charles Darwins Forschungsschiff HMS Beagle, wirkt gleichzeitig wild und friedlich. Das Waser ist ruhig, doch die Weite lässt erahnen, wir rau diese Region sein kann.
Schon nach wenigen Minuten verschwindet die Stadt hinter und, und die Natur übernimmt die Bühne: schroffe Inseln, schneebedeckte Gipfel und ein Himmel, der sich ständig verändert.
Während wir durch den Kanal gleiten, wird mir bewusst, dass dieses Gewässer einst von einem der bedeutendsten Naturforscher der Geschichte durchquert wurde: Charles Darwin. In den 1980er-Jahren reiste er an Bord der HMS Beagle durch diese abgelegene Region und dokumentierte Flora und Fauna.
Die raue Schönheit Feuerlands hinterließ einen tiefen Eindruck bei ihm. In seinen Aufzeichnungen beschrieb er die Landschaft als wild, ursprünglich und von einer fast überwältigenden Naturkraft geprägt. Wenn man heute durch den Beagle-Kanal fährt, versteht man sofort, warum. Die Szenerie wirkt zeitlos – fast unverändert seit Darwins Reise.
Die Seelöwen am südlichsten Leuchtturm der Welt
Schließlich erreichen wir den Leuchtturm Les Eclaireurs. Auf einer winzigen Felseninsel im Kanal stehend, wirkt er wir ein Wächter am Rand der Welt. Umgeben von Kormoranen und kargen Felsen steht er einsam im Wasser, trotzt Wind, Sturm und Kälte.

Wenn das Boot näher kommt, entfaltet sich ein surrealistischer Anblick. Auf der kleinen Felseninsel liegen Dutzende Seelöwen eng beieinander. Einige schlafen, andere rangeln spielerisch miteinander, während die dominanten Männchen aufmerksam die Umgebung beobachten.


Das Boot nährt sich respektvoll, ohne die Tiere zu stören. Der Geruch von Meer und Salz liegt in der Luft, gemischt mit dem charakteristischen Klang der Kolonie – ein raues, lebendiges Konzert aus Rufen und Brummen.
Natur, Geschichte und Stille
Was diesen Ausflug so besonders macht, ist nicht nur die Tierwelt oder der Leuchtturm – es ist das Gefühl der Abgeschiedenheit. Im Beagle-Kanal gibt es keine Hektik, keinen Lärm der Zivilisation, nur Wind, Wasser und die Rufe der Seelöwen. Hier wird Geschichte greifbar. Dieselben Gewässer, die heute von Ausflugsbooten befahren werden, waren einst Teil wissenschaftlicher Expeditionen, gefährlicher Seereisen und großer Entdeckungen.

Ein Moment, der bleibt
Auf dem Rückweg nach Ushuaia verändert sich das Licht. Die Sonne bricht durch die Wolken und taucht die Berge in goldene Farben. Die Seelöweninsel verschwindet langsam hinter und, und der Leuchtturm wird zu einem kleinen Punkt am Horizont. Ich stehe an Deck, spüre den Wind im Gesicht und verstehe, warum Reisende seit Jahrhunderten von diesem Ort so fasziniert sind.




Kommentare