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Abschied vom Heinitzsee

Am Heinitzsee bei Rüdersdorf fanden 1952 die ersten Tauchversuche von Helmut Keßner und Gerhard Steinert statt. Mit dem Heinitzsee waren unvergessliche Erlebnisse verbunden.Viele Tauchpioniere der DDR haben dort ihre erste Taucherfahrungen sammeln können.


Gerhard Steinert am Heinitzsee


1975 wurde der See leergepumpt. Der Kalk wurde vom Zementwerk Rüdersdorf benötigt. Die Hoffnung der Taucher, das Grundwasser könnte möglicherweise das Vorhaben zum Scheitern bringen, hatte sich nicht erfüllt. Damit endete die Ära des Heinitzsees.


Blick auf den Heinitzsee bei Rüdersdorf (Foto: H. Wolff)


Gerhard Steinert beschreibt seine letzten Eindrücke folgendermaßen:

 

„Der erste Blick in den ausgepumpten Kessel des Sees war deprimierend. Das Geheimnisvolle hielt der See für uns Taucher unter seiner Oberfläche verborgen. Jetzt lag alles offen zu Tage. Alte Pumpenhäuser, Lokschuppen, flachbordige, alte Prahme und Boote, alles konnte man auf der Grundsohle betrachten. Zum ersten Mal sah ich die gewaltigen, über 40 Meter hohen, Kalksteinwände des ehemaligen Gewässers. Sogar die halbzugeschütteten Schramlöcher öffneten ihre dunklen Schlünde. Darüber die ehemalige Tauchstation der GST Rüdersdorf - eine Ruine! Als besonders schmerzlich empfand ich die totale Abholzung des Bergwaldes, der dem See sein besonderes Gepräge gab. Raupenbagger waren dabei den restlichen Bergwald abzuräumen. Übrig blieb gelbweißer Kalkstein ohne Bewuchs.

Was ich nun sah war endgültig! So verschwand unser schönstes Tauchgewässer was wir je hatten, für immer. Was bleibt ist die Erinnerung an die Pionierzeit des Tauchsports in Ostdeutschland, Erinnerung an meine Jugendzeit, an unseren Heinitzsee.“


Einige der Taucher vom Heinitzsee treffen sich noch regelmäßig bei der jährlichen Zusammenkunft der „Alten Karpfen“ im Tauchsportklub Adlershof (v.l.n.r.: Dr. Helmut Wolff, Uwe Scholz/Sporttauchermuseum Berlin-Wendenschloss, Gerhard Steinert, Uwe Mattern, hier 2022). Es werden Erinnerungen ausgetauscht. Ihre Tauchausrüstungen von damals liegen in den Regalen und Vitrinen des Sporttauchermuseums und gestatten einen Blick zurück zu den Anfängen des Tauchsports in Ostdeutschland.


Weitere Informationen zu den "Fischmenschen vom Heinizsee" sind im Buch "Schwerelose Zeiten - Tauchererinnerungen" nachzulesen.





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