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Aalmutter (Zoarces viviparus)

Aktualisiert: 1. Jan.

Aalmutter
Location: Ahrenshoop, Ostsee, Deutschland (Foto: Roger Blum)

Erkennungsmerkmale:

Die Aalmutter besitzt einen langgestreckten, aalähnlichen Körper mit durchgehender Rücken-, Schwanz- und Afterflosse. Der Kopf ist relativ groß mit stumpfer Schnauze und kleinen Augen. Die Färbung ist variabel: meist bräunlich, grau oder oliv mit dunkleren Flecken oder marmorierten Mustern, die eine gute Tarnung am Meeresboden bieten. Die Haut ist glatt und schleimig. Erwachsene Tiere werden in der Regel 30–40 cm lang, maximal etwa 50 cm.


Verbreitung:

Zoarces viviparus ist im nordöstlichen Atlantik verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von der Biskaya über die Nordsee bis in die Ostsee, das Skagerrak und Kattegat. Besonders häufig ist die Art in der westlichen und zentralen Ostsee.


Lebensraum:

Die Aalmutter lebt bodennah in Küstengewässern, meist in Tiefen von 5 bis etwa 40 m. Sie bevorzugt weiche Untergründe wie Sand oder Schlick, hält sich aber auch zwischen Steinen, Muschelbänken oder in Seegraswiesen auf. Die Art ist sehr standorttreu.


Ernährung:

Die Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Bodentieren wie Würmern, Krebstieren, Muscheln und Schnecken. Gelegentlich werden auch kleine Fische oder Fischlaich gefressen.


Fortpflanzung:

Die Aalmutter ist lebendgebärend (vivipar), was unter Meeresfischen relativ selten ist. Die Paarung erfolgt im Sommer, die Embryonen entwickeln sich im Körper des Weibchens. Nach mehreren Monaten werden im Winter oder Frühjahr voll entwickelte Jungfische geboren, meist 30–400 pro Weibchen.


Verhalten:

Aalmuttern sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich im Bodensubstrat oder in Verstecken. Sie gelten als wenig scheu, bewegen sich langsam und schlängelnd.


Bedeutung und Schutz:

Die Aalmutter hat keine große wirtschaftliche Bedeutung, wird aber gelegentlich als Beifang gefangen. Sie ist ein wichtiger Bioindikator, da sie empfindlich auf Umweltgifte reagiert und häufig in der Meeresforschung eingesetzt wird. In vielen Regionen gelten die Bestände als stabil.


Besonderheiten:

Durch ihre Lebendgeburt und ihre hohe Anpassungsfähigkeit an wechselnde Umweltbedingungen ist die Aalmutter ein bemerkenswerter Vertreter der Küstenfischfauna.


Arten der Gattung Zoarces:

Zoarces americanus (Bloch & Schneider, 1801)

Zoarces andriashevi (Parin, Grigoryev & Karmovskaya, 2005)

Zoarces elongatus (Kner, 1868)

Zoarces fedorovi (Chereshnev, Nazarkin & Chegodaeva, 2007)

Zoarces gillii (Jordan & Starks, 1905)

Zoarces gilli Jordan & Starks, 1905 --> Zoarces gillii (Jordan & Starks, 1905)

Zoarces gronovii Valenciennes, 1836 --> Zoarces americanus (Bloch & Schneider, 1801)

Zoarces tangwangi Wu, 1930 --> Zoarces gillii (Jordan & Starks, 1905)

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