Röhrenseegurke (Holothuria tubulosa)
- Roger Blum

- 1. Jan. 2000
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Jan.

Erkennungsmerkmale:
Die Röhrenseegurke hat einen länglichen, zylindrischen Körper, der an beiden Enden leicht verjüngt ist. Die Haut ist dick, ledrig und mit kleinen Papillen oder stachelartigen Auswüchsen bedeckt. Typisch ist die graubraune bis olivgrüne Färbung, oft mit leicht marmorierten Mustern. Erwachsene Tiere erreichen gewöhnlich 15–30 cm Länge, selten bis 40 cm. Am Vorderende befindet sich ein Kranz aus Tentakeln, die zur Nahrungsaufnahme dienen.
Verbreitung:
Holothuria tubulosa kommt im östlichen Atlantik, im Mittelmeer und in der westlichen Schwarzmeerregion vor. Sie ist eine häufige Seegurke in flachen Küstengewässern des Mittelmeers.
Lebensraum:
Die Röhrenseegurke lebt bodennah auf Sand-, Schlamm- und Geröllsubstraten, häufig in der Nähe von Seegraswiesen oder Algenfeldern. Sie kommt in Tiefen von wenigen Metern bis etwa 50 m vor, ist aber meist in Küstennähe anzutreffen.
Ernährung:
Als detritusfressender Bodenbewohner ernährt sich die Röhrenseegurke von organischen Partikeln im Sediment. Sie nimmt Sand und Schlamm auf, filtert die Nahrungspartikel mit ihren Tentakeln heraus und scheidet das unverdauliche Material wieder aus.
Fortpflanzung:
Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend geschlechtlich durch getrennte Geschlechter. Die Eier und Spermien werden ins Wasser abgegeben, wo die Befruchtung extern erfolgt. Die Larven entwickeln sich planktonisch, bevor sie sich am Meeresboden ansiedeln. Eine begrenzte Regeneration beschädigter Körperteile ist möglich.
Verhalten:
Röhrenseegurken bewegen sich langsam über den Meeresboden, meist nachts oder in der Dämmerung aktiver. Bei Bedrohung können sie Teile ihres Darms als Abwehrmechanismus ausstoßen, die für Fressfeinde ablenkend wirken.
Bedeutung und Schutz:
Die Art hat keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung, wird jedoch lokal in der Meerwasseraquaristik und als Nahrungsmittel genutzt. Übermäßige Entnahme oder Zerstörung der Lebensräume kann die Bestände beeinträchtigen.
Besonderheiten:
Röhrenseegurken wie Holothuria tubulosa spielen eine wichtige ökologische Rolle, da sie das Sediment belüften und so die Nährstoffkreisläufe in Küstenökosystemen fördern. Sie gelten als „Meeresbodenreiniger“ der Küstengewässer.







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