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Tauchplätze Europas: Tauchen in Italien

Aktualisiert: 20. Jan.

„Bella Italia“ gehört zu den beliebtesten europäischen Reiseländern. Die Region Toskana mit ihren hügeligen Landschaften, den typischen Olivenbäumen, Zypressenwäldern und Pinienhainen ist vor allem für Feinschmecker und Weinliebhaber ein Paradies. Die „ewige Stadt“ Rom, die Modehauptstadt Mailand oder Venedig, die Stadt der Liebenden, locken jedes Jahr viele Millionen Besucher.



Italien ist fast gänzlich vom Wasser umgeben


Wie ein langer Schuh ragt Italien ins Mittelmeer. Das Land besitzt eine 7500 km lange Küstenlinie und ist somit ein ideales Ziel für Wassersportler. Im Westen fallen die felsigen und spitzen Küsten ins Thyrrenische Meer, im Osten locken die weichen Sandstrände der Adria. Nicht zu vergessen die beiden großen Inseln Sizilien und Sardinien, sowie die zahlreichen kleinen Inselgruppen wie der Archipel der Toskana, zu dem auch die Insel Elba gehört, der Archipel der Maddalena zwischen Korsika und Sardinien sowie der Kampanische Archipel, mit seinen Inseln Ischia und Capri. Die Vielfältigkeit der italienischen Küsten ist für jede Art von Urlaub vor allem in den Sommermonaten geeignet. In dieser Zeit hat das Wasser eine angenehme Temperatur von 21 bis 25 Grad.



Auch unter Wasser gibt es einiges zu entdecken. Viele der Tauchplätze locken mit tiefen Felsriffen und Unterwassergrotten, die nicht selten Heimat von großen Barrakudas und Zackenbarschen sowie Schwärmen Mönchsfischen und Brassen sind. An den meterhohen Wänden finden sich farbenprächtige Nacktschnecken, kleine Höhlen bieten ideale Verstecke für Oktopus, Congeraal und Muränen. Im Gegensatz zu tropischen Riffen ist der Artenreichtum jedoch recht begrenzt, Großfisch ist kaum anzutreffen.


Haie im Mittelmeer


Lange Zeit galten die italienischen Gewässer als Hotspot für Haisichtungen im Mittelmeer. So erinnert sich noch die erste Generation italienischer Taucher an ausgewachsene Hammerhaie, die in der Straße von Messina über den tiefen Wracks auf Beutefang gingen. Selbst bis in die frühen 1990er-Jahren sollen in der Region um Palermo Schulen saisonal wandernder Hammerhaie gesichtet und vor Lampione, zehn Meilen westlich der süditalienischen Insel Lampedusa, verlässlich Begegnungen mit Sandbankhaien möglich gewesen sein. Heute sind Begegnungen mit Sandbankhaien zwar sehr selten, aber mit etwas Glück in den Sommer- und Herbstmonaten noch immer möglich. Dazu müssen jedoch je nach Wassertemperatur Tiefen um 50 Meter aufgesucht werden. In ähnlichen Tiefen sind auch Haibeobachtungen am Monte Vercelli, 50 Seemeilen östlich von Olbia (Sardinien), möglich. An dem ringsherum von Tiefsee umgebenden Unterwasserberg wurden Blau-, Mako-, Fuchs-, Herings- und Hammerhaie gesichtet. Begegnungen mit Haien in geringeren Tiefen sind unweit von Medina möglich. Dort steigen in Neumondnächten Sechskiemerhaie vom Grund bis in den verhältnismäßig flachen 30-40 Meter Bereich auf. Die Basis Oloturia Sub führt dort Tauchgänge durch.


Fischschwärme, Schiffswracks und Unterwassergrotten: Tauchen entlang der Adria


Einige der schönsten Tauchgebiete Italiens befinden sich entlang der Adriaküste. Typisch sind die steil in die Tiefe fallenden Felswände, die mit bunten Gorgonienstämmen und Seeschwämmen beschmückt sind. Im tiefblauen Wasser ziehen silbrig glänzende Brassenschwärme vorbei, an den Riffen sammeln sich Papagei- und Mönchsfische. In vielen Felsspalten, Grotten und Höhlen verstecken sich Muränen, Congeraale, Drachenköpfe und Tintenfische. Im Sommer liegen die Wassertemperaturen bei ca. 23 Grad, die Sichtweiten reichen bis zu 40 m. Ideale Bedingungen für jeden Taucher.



In der Nähe von Rimini können die Piramidi betaucht werden, eine Art Unterwasserpyramiden, die im Stil der Majas unter Wasser errichtet wurden, um der arg gebeutelten Fisch- und Muschelpopulation neuen Lebensraum zu geben. Ebenfalls von Rimini gut zu erreichen ist das Wrack der PAGURO Bohrplattform, die 1965 ca. 12 Meilen von Ravenna nach einer Explosion in der Adria versank und heute als künstlichem Riff zahlreichen Meeresbewohnern ein neues Zuhause gibt. Zahlreiche Schiffswracks sind auch im Golf von Venedig zu entdecken. Um das Litoral von Cavallino, einer gut 15 km langen sandigen Halbinsel zwischen dem Meer und der Lagune von Venedig, ruhen die 1915 von deutschen U-Booten versenkten italienischen Torpedoboote 5PN und 88S, sowie der ebenfalls 1915 von einem deutschen Unterseeboot (UB14) torpedierte und versenkte italienische Panzerkreuzer AMALFI. Weitere betauchbare Wracks sind der Torpedobootzerstörer SELLA (gesunken 1943) und die Handelsschiffe VILA (1935), WRMAK (1961) und NIVIA (1995).



Wer an Sizilien denkt, dem kommt zunächst meist die Mafia in den Sinn, der Feuer speiende Ätna, und vielleicht auch weite Plantagen voller Orangen, Zitronen und Tomaten. Aber Tauchen? Für Tauchenthusiasten ist die größte Insel im Mittelmeer bislang allenfalls als Geheimtipp bekannt. "Wo die Muränen gähnen" oder "Mittelmaß am Mittelmeer" lauten die Artikel, wenn man nach Erfahrungsberichten zum Tauchen in Sizilien googelt. Der Hotspot für Taucher ist Taormina an der Ostküste Siziliens. Zahlreiche Tauchbasen bieten in der Hügelstadt am Fuße des Ätna Ausflüge in die felsige Meeresregion vor der Küste an.


Isola Bella in Taormina hat einen der schönsten Badestrände in ganz Sizilien. Bekanntheit als Tauchplatz erlangte der Ort durch den Tauchfilm "Im Rausch der Tiefe".



Ob Anfänger oder Fortgeschrittener, auf Sardinien kommt jeder auf seine Kosten: „Riffe“ mit imposanten Steilwänden, Felsspalten und großen Höhlen sorgen bei jedem Tauchgang für große Abwechslung. Viele Tauchplätze bestehen aus Lava die in grauer Vorzeit ins Meer geflossen ist und dann Labyrinthe aus Kanälen und Wänden geschaffen hat. Die mehrere Meter hohen Wände sind bunt bewachsen und bieten Lebensraum für zahlreiche Meerestiere. So können Zackenbarsche von beachtlicher Größe, zahllose Mittelmeer-Barrakudas und bunte Korallen schon wenige Meter unter der Wasseroberfläche bestaunt werden.



Immer mehr Taucher entdecken die Insel aber auch als ideales Revier zum Wracktauchen. Im Süden der Insel locken eine Reihe tiefliegender Wracks im Golf von Cagliari ambitionierte Tauchabenteurer auf den Meeresgrund. Allesamt Passagier-, Fracht-, oder Kriegsschiffe aus dem 2. Weltkrieg, die entweder auf Minen gelaufen waren oder durch die Torpedos britischer U-Boote versenkt wurden. Am bekanntesten sind der Tanker ISONZO, der Frachter LOREDAN und das Kohlentransportschiff ENTELLA, die vom englischen U-Boot „Safari“ versenkt wurden, sowie der Dampfer ROMAGNA, der im August 1943 auf eine Mine gelaufen war. Fast alle Wracks liegen in Tiefen zwischen 40 und 65 Meter und sollten nur von erfahrenen Tauchern betaucht werden. An der südlichsten Spitze Sardinien um Teulada, kann man sogar auf verschiedene Relikte römischer Schiffe stoßen.


Etwas einfacher sind die WW2-Wracks an der Nord- und Ostküste der Insel zu entdecken. So liegen im Golf von Orosei nur 300 m von Stand von Capo Comino entfernt die Überreste einer Chance Vought F4U „Corsair“ in nur 6 m Tiefe auf dem Meeresgrund. Während das Wrack dieses amerikanischen Kampfflugzeuges nahezu zerstört ist, sind die 32 m tief liegenden Wracks der NASELLO vor der Bucht von Cala Luna und des deutschen Militärtransportschiffs KT12 vor dem Hafen von Orosei noch sehr gut erhalten. Vor Capo d´Orso liegen weiterhin zwei U-Boote in der Fahrrinne zwischen dem Hafen und den Inseln des Archipel von La Maddalena.

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